Kündigungsgründe

Allgemein unterscheidet man bei diesen Gründen zwischen „normalen“ Gründen – dann erhält man eine ordentliche Kündigung – und „wichtigen“ Gründen, dann bekommt man eine außerordentliche Kündigung (dies ist relativ selten).

Ordentliche Kündigung

Die ordentliche Kündigung darf nur aus 3 Gründen erfolgen, betriebsbedingt bzw. betrieblich, verhaltensbedingt oder personenbedingt.

Die betriebsbedingte Kündigung ist die am Häufigsten ausgesprochene Kündigung in Deutschland. Geht es dem Betrieb schlecht, wird ein Teil oder das ganze Unternehmen geschlossen und werden deshalb Mitarbeiter entlassen, sind dies in der Regel betriebsbedingte Kündigungen. In einigen Fällen sprechen Arbeitgeber betriebsbedingte Kündigungen jedoch ungerechtfertigt aus. Oder es werden die vielen Voraussetzungen an den Arbeitgeber nicht eingehalten. Dann lohnt es sich, gegen eine betriebliche Kündigung vorzugehen. Selbst wenn das Unternehmen tatsächlich bald schließen sollte.

Bei der verhaltensbedingten Kündigung wird einem Arbeitnehmer wegen einem Fehlverhalten gekündigt. Allerdings kann einem Arbeitnehmer in der Regel nicht direkt und nach egal welchem falschen Verhalten gekündigt werden. Einmal zu spät kommen oder zu spät die „Krankschreibung“ abgeben rechtfertigt zum Beispiel längst keine Kündigung. Selbst das oft als Beispiel angewendete „Beleidigen des Chefs“ darf nicht direkt zu einer Kündigung führen.

Wenn man sich – relativ egal wie – falsch verhalten hat, muss man vor einer Kündigung mindestens eine Abmahnung bekommen haben. Man kann diese als „Ermahnung“ ansehen, die zur Besserung des Verhaltens führen soll. Erst, wenn man diese Ermahnung ignoriert und erneut dasselbe Fehlverhalten begeht, kann einem verhaltensbedingt gekündigt werden. Man kommt beispielsweise ohne Grund zu spät, erhält eine Abmahnung und kommt am nächsten Tag wieder ohne Grund zu spät. Aber auch bei der Abmahnung und dem Zeitraum zwischen Abmahnung, erneut gleichem Fehlverhalten und der Kündigung kann der Arbeitgeber vieles falsch machen.
Schon das Vergessen eines Satzes in einer Abmahnung kann dazu führen, dass diese nicht gültig ist. Hat man nach dieser ungültigen Abmahnung eine Kündigung erhalten, ist diese auch ungültig. Und schon stehen die Chancen für den Arbeitnehmer gut, eine Abfindung also Geldbetrag als „Ausgleich“ für die Kündigung zu bekommen. Allerdings nur, wenn man rechtzeitig – innerhalb von 3 Wochen nach Erhalt der Kündigung - dagegen vorgeht.
 
Wenn einem Arbeitnehmer personenbedingt gekündigt wird, liegt der Grund in der Person des Arbeitnehmers. Ein Beispiel für eine personenbedingte Kündigung ist die krankheitsbedingte Kündigung. Krankheit ist allerdings in diesem Zusammenhang nicht gleich Krankheit. Ein hartnäckiger Schnupfer oder grippaler Infekt und auch mehrfach nacheinander auftretende (kürzere) Erkrankungen rechtfertigen in der Regel keine krankheitsbedingte Kündigung. Es muss schon eine langfristige Erkrankung vorliegen, bei der die Zukunftsprognose erwarten lässt, dass der Arbeitnehmer auch danach nicht mehr seinen Aufgaben nachkommen kann. Und selbst dann muss eine Eingliederung nach / während der Krankheit fehlschlagen. Und dies sind nur einige der Voraussetzungen, die „erfüllt“ sein müssen, damit eine krankheitsbedingte Kündigung gültig ist.

In seltenen Fällen sind auch krankheitsbedingte Kündigungen bei mehrfach auftretenden Erkrankungen zulässig.
Wenn man eine krankheitsbedingte Kündigung bekommen hat, sollte man sich auf jeden Fall die Mühe machen, die eigene Situation zu überprüfen. Gerade wegen den vielen Voraussetzungen, die Arbeitgeber erfüllen müssen, stehen die Chancen auf eine Abfindung in den meisten Fällen gut. Diese Prüfung übernimmt am besten ein Rechtsanwalt. Dieser kann dann gegebenenfalls gleich mit den notwendigen rechtlichen Schritten beginnen.

Weitere Beispiele für personenbedingte Kündigungen sind etwa der Wegfall einer bestimmten Erlaubnis, die für die Erfüllung der Aufgaben des Arbeitnehmers vorausgesetzt wird. Zum Beispiel der Wegfall der Arbeitserlaubnis eines ausländischen Mitarbeiters, oder einer bestimmten Berufsausführungserlaubnis sein. Die häufigsten Fälle personenbedingter Kündigungen sind allerdings krankheitsbedingte Kündigungen.

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Außerordentliche / fristlose Kündigungen

Neben den ordentlichen Kündigungen kann einem Arbeitnehmer auch außerordentlich gekündigt werden. Meistens ist eine außerordentliche Kündigung fristlos, das heißt, dass der Arbeitgeber mit sofortiger Wirkung kündigen kann. Bei einer solchen Kündigung hat der Arbeitgeber in der Regel einen sogenannten wichtigen Grund, der es ihm unmöglich macht, mit dem Arbeitnehmer weiterzuarbeiten. Solch ein Grund kann zum Beispiel ein (nachgewiesener) Diebstahl, Körperverletzung oder unter bestimmten Umständen auch langfristiges Nichterscheinen am Arbeitsplatz sein. Wichtig bei einer außerordentlichen Kündigung ist die „Dreiwochenfrist“. Der Arbeitgeber darf einem Arbeitnehmer spätestens 3 Wochen nachdem er von dem wichtigen Grund erfahren hat deshalb außerordentlich kündigen. In dem Diebstahl-Beispiel also spätestens 3 Wochen nachdem er den Diebstahl bemerkt hat. Eine später ausgesprochene Kündigung wäre nicht mehr gültig.

Außerordentlichen Kündigung sind wegen den direkten Folgen für den Arbeitgeber (Jobverlust ohne Kündigungsfrist) nur in wenigen Situationen zulässig. Und auch dann ist meist sehr viel vom Arbeitgeber zu berücksichtigen, damit die Kündigungen gültig sind.
Daher ist es für Arbeitnehmer immer zu empfehlen, die erhaltene außerordentliche Kündigung zu überprüfen und mit einem Anwalt zu besprechen. In vielen Fällen sind außerordentliche Kündigungen nämlich nicht gültig und der Gekündigte könnte eine Abfindung erhalten, wenn er rechtzeitig – innerhalb der 3-Wochen-Frist - gegen die Kündigung vorgeht. 


Die wichtigsten Punkte für dich zusammengefasst:

  • Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen ordentlicher und außerordentlicher Kündigung
  • Die zulässigen Gründe für eine ordentliche Kündigung sind 1.betriebsbedingte, 2.verhaltensbedingte und 3.personenbedingte Gründe
  • Bei einer ordentlichen Kündigung muss mindestens die gesetzliche Kündigungsfrist eingehalten werden
  • Außerordentliche bzw. fristlose Kündigungen werden äußerst selten ausgesprochen
  • Dabei muss keine Kündigungsfrist eingehalten werden

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