Was ist eine Abmahnung?

Eine Abmahnung wird von Unternehmen genutzt, um Mitarbeiter/-innen auf falsches Verhalten hinzuweisen. Man kann eine Abmahnung mit einer gelben Karte beim Fu├čball vergleichen.

Eine Abmahnung muss schriftlich erfolgen. M├╝ndliche Abmahnungen sind rechtlich nicht g├╝ltig. Au├čerdem muss eine gewisse Form eingehalten werden. Es muss erkennbar sein, was falsch gemacht wurde und wie man sich richtig verhalten soll. Auch die Konsequenzen bei erneutem falschen Verhalten m├╝ssen zu finden sein. Wenn etwas davon nicht zu lesen ist, ist die Abmahnung meist auch nicht g├╝ltig.

Wie ihr euch bei einer Abmahnung verhalten solltet, steht in folgender Checkliste:

Checkliste Abmahnung

  1. Im Gespr├Ąch mit dem Chef richtig reagieren: Wenn ihr das Fehlverhalten einseht, sagt es dem Chef und erkl├Ąrt, wie es dazu gekommen ist. In manchen F├Ąllen ├Ąndert der Vorgesetzte seine Meinung und mahnt euch doch nicht ab. Das w├Ąre die einfachste L├Âsung f├╝r die Situation. Auch wenn ihr den Grund f├╝r die Abmahnung falsch oder unfair findet, solltet ihr versuchen ruhig zu bleiben. Erkl├Ąrt, wie es aus eurer Sicht war und versucht, die Situation richtig zu stellen. Un├╝berlegte und emotionale Reaktionen lassen die Situation oft nur weiter eskalieren. Das ist weder in eurem noch in dem Sinne eures Chefs.
  2. Nur den Erhalt best├Ątigen: Wenn ihr den Grund f├╝r die Abmahnung nicht richtig findet und die Situation anders als euer Vorgesetzter seht, solltet ihr versuchen, nur f├╝r den Erhalt der Abmahnung zu unterschreiben, wenn euer Chef eure Unterschrift m├Âchte. Schreibt vor eure Unterschrift einfach ÔÇ×erhalten:ÔÇť. Unterschreibt nicht auf einem Unterschriftsfeld vor dem ÔÇ×akzeptiertÔÇť oder ÔÇ×anerkanntÔÇť steht.
  3. Situation beurteilen und eventuell erneut besprechen: Nehmt euch Zeit, die Situation und das Verhalten wegen der ihr die Abmahnung bekommen habt genau zu beurteilen. Habt ihr euch wirklich falsch verhalten? War es Absicht? H├Ąttet ihr euch richtig Verhalten k├Ânnen? Wenn bei euch auch nach genauem ├ťberlegen das Gef├╝hl entsteht, dass ihr die Abmahnung zu Unrecht bekommen habt, dann solltet ihr erneut mit eurem Chef dar├╝ber sprechen.
  4. Dokument dauerhaft ablegen: Legt die Abmahnung zu euren anderen Arbeitsdokumenten wie eurem Arbeitsvertrag. Wenn es irgendwann zu einer K├╝ndigung kommt, ist es wichtig, schnell alle Dokumente zusammen zu haben.
  5. ├ähnliches Fehlverhalten unbedingt vermeiden: Beim Fu├čball folgt auf die gelbe Karte bei erneutem Foul die gelb-rote Karte und der Platzverweis. Im Arbeitsleben folgt auf eine Abmahnung bei demselben Fehlverhalten die K├╝ndigung. Prinzipiell stimmt das so, allerdings gibt es noch ein paar weitere Regeln. Wenn ihr f├╝r falsches Verhalten abgemahnt werdet, d├╝rft ihr f├╝r einen gewissen Zeitraum nicht durch dieselbe Art von Fehlverhalten auffallen. In der Regel sind das 3 Monate. Tut ihr das doch, so kann euch euer Vorgesetzter im Normalfall verhaltensbedingt k├╝ndigen. Eine andere Art von Fehlverhalten muss erneut abgemahnt werden. Dies ist auch bei derselben Art von Fehlverhalten eine l├Ąngere Zeit nach der ersten Abmahnung so. Abmahnungen m├╝ssen kurz nach dem falschen Verhalten erfolgen. Monate sp├Ąter ist nicht zul├Ąssig (zeitlicher Zusammenhang). Bei 3 Abmahnungen d├╝rfte euch euer Chef in jedem Fall k├╝ndigen. Die K├╝ndigung muss aber direkt nach der letzten Abmahnung erfolgen. Monate sp├Ąter ist nicht zul├Ąssig.

Beispiel: Ihr kommt ohne Arbeitsunf├Ąhigkeitsbescheinigung (Krankschreibung) nicht zur Arbeit und bekommt daf├╝r eine Abmahnung.

Situation a) Ihr kommt kurze Zeit danach erneut ohne Arbeitsunf├Ąhigkeitsbescheinigung nicht zur Arbeit. Dann k├Ânnt ihr deswegen in der Regel gek├╝ndigt werden. Aber nur kurz danach, nicht Monate sp├Ąter.

Situation b) Ihr nutzt nach der Abmahnung wegen des Fernbleibens einen Firmencomputer privat, obwohl es verboten ist. Dann d├╝rft ihr nicht direkt gek├╝ndigt werden. Euer Chef darf euch nur erneut eine Abmahnung erteilen.

Situation c) Ihr kommt ein halbes Jahr nach der Abmahnung wegen Fernbleiben erneut unentschuldigt nicht zur Arbeit. Dann k├Ânnt ihr nicht direkt gek├╝ndigt werden. Auch hier darf euch euer Chef nur erneut abmahnen.

Insgesamt solltet ihr allerdings nach einer Abmahnung darauf achten, nicht erneut negativ aufzufallen. Das ist der sicherste Weg.




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