Definition Kündigungsschutzklage

Nach einer Kündigung bekommt man nur eine Abfindung, wenn man gegen die Kündigung vorgeht. In Ausnahmen kann auch ein Aufhebungsvertrag mit einer Abfindung angeboten werden.

Gegen eine Kündigung des Arbeitsplatzes kann man Kündigungsschutzklage erheben. Dadurch widerspricht man der Wirksamkeit der Kündigung mit dem Ziel, dass die Kündigung unwirksam wird.

Frist Kündigungsschutzklage

Die Kündigungsschutzklage muss spätestens 3 Wochen nach Erhalt der Kündigung beim Arbeitsgericht eingereicht werden. Andernfalls wird die Kündigung in jedem Fall wirksam, auch wenn sie gegen Gesetze verstoßen hat.

Lass deine Kündigung so bald wie möglich von einem Anwalt prüfen. Viele Arbeitgeber machen bei der Kündigung Fehler und du hast die Möglichkeit, eine Abfindung zu erstreiten. Für eine Kündigungsschutzklage gilt allerdings eine Frist von 3 Wochen nach Erhalt der Kündigung. Kenne deine Rechte!

Kündigungs­schutz­klage einreichen

Die Kündigungsschutzklage kann jeder selbst schreiben und einreichen. Auch vor dem Arbeitsgericht besteht kein Anwaltszwang. Es sprechen allerdings gute Gründe, sich von einem Anwalt unterstützen zu lassen.

  1. Bei Fehlern kann die Klage aus formellen Gründen abgelehnt werden und die Chance ist vertan.
  2. Für Laien ist die Formulierung einer Klageschrift aufwendig.
  3. Die ungewohnte Situation vor Gericht kann mit einem Anwalt leichter bewältigt werden.
  4. Ein erfahrener Anwalt für Arbeitsrecht bringt sein Verhandlungsgeschick gegenüber Gericht und dem Arbeitgeber ein.
  5. Ein Anwalt macht beim Arbeitgeber Eindruck.
  6. Du hast schlechtere Chancen, wenn nur dein Arbeitgeber mit einem Anwalt auftritt.

Daher ist es in der Regel von Vorteil, sich einen Rechtsanwalt für Arbeitsrecht zu nehmen. Dieser übernimmt dann die gesamte rechtliche Vertretung.

Ablauf Kündigungs­schutz­klage

Der Weg von der Kündigung zur Kündigungsschutzklage läuft normalerweise in folgenden Schritten ab:

  1. Besprechung der Kündigungssituation mit einem Anwalt: Dein Anwalt wird mit dir deine Situation genau besprechen. Dazu gehört auch, dass er mit dir die Chancen einer Klageerhebung und die zu erwartende Abfindungshöhe bewertet. Dann kannst du ziemlich genau einschätzen, ob es sich lohnt, gegen deine Kündigung vorzugehen. Bei manchen Anwälten kann eine Erstberatungsgebühr fällig werden.
  2. Erstellung der Klage durch den Anwalt: Die Erstellung der Klage durch deinen Anwalt kann einige Tage in Anspruch nehmen. Auch wenn er schon viele Klagen verfasst hat, ist jede Situation unterschiedlich.
  3. Einreichung der Klage beim Arbeitsgericht: Nach Fertigstellung der Klage wird dein Anwalt diese beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen.
  4. Schriftverkehr und Güteverhandlung: In der Regel tauscht sich dein Anwalt mit deinem Arbeitgeber über das Gericht im Schriftverkehr aus. Nach wenigen Wochen kommt es dann zu einer Güteverhandlung, wenn dein Arbeitgeber nicht vorher einknickt. Die Güteverhandlung findet vor Gericht statt. Dort soll eine Einigung zwischen dir und deinem Arbeitgeber erreicht werden. Oft wird das Verfahren an dieser Stelle beendet, weil du dich (vertreten durch deinen Anwalt) mit deinem Arbeitgeber einigst. Wird eine Einigung erreicht, ist die Auseinandersetzung zu Ende. Du bekommst eine Abfindung und akzeptierst dafür die Kündigung.
  5. Gerichtsverhandlung: Falls in der Güteverhandlung keine Einigung erreicht werden kann, kommt es zum sogenannten Kammertermin vor Gericht. Hier entscheidet das Gericht über die Wirksamkeit deiner Kündigung. Falls deine Kündigung für unwirksam erklärt wird, kannst du auch dann noch eine Abfindung mit deinem Arbeitgeber vereinbaren. Falls es dein Ziel ist, deinen Arbeitsplatz zu behalten, kann auch das ein Ergebnis sein.

Abfindungshöhe Kündigungs­schutz­klage

Die Höhe der Abfindung hängt von vielen Faktoren ab:

  • Wirksamkeit der Kündigung: Je höher das Risiko für deinen Arbeitgeber ist vor Gericht zu verlieren, desto eher wird er einer Abfindung zustimmen. Bei einer wirksamen Kündigung gibt es meist keine Abfindung.

  • Höhe des Gehalts: Je höher dein Gehalt ist, desto höher fällt die Abfindung aus.

  • Beschäftigungsdauer: Bei einer unwirksamen Kündigung ist die Beschäftigungsdauer neben dem Gehalt der Haupteinflussfaktor für die Höhe der Abfindung. Je länger man beim Arbeitgeber angestellt war, desto höher fällt die Abfindung aus.

Wenn auch du gekündigt wurdest, dann sprich mit einem Anwalt. Ein Erstgespräch hilft dir, deine Situation besser einzuschätzen. Auch wenn du keine Kündigungsschutzklage erheben willst, solltest du deine Rechte kennen. Unsere Partneranwälte führen ein solches Erstgespräch grundsätzlich kostenlos.



AUCH GEKÜNDIGT WORDEN?

Check jetzt deine Chancen und Rechte