Abfindung: Definition

Eine Abfindung ist der Geldbetrag, den ein Arbeitnehmer als Ausgleich für seine Kündigung bekommt.

Von der Kündigung zur Abfindung

Eine Abfindung als Ausgleich in Form von Geld bekommt ein Arbeitnehmer allerdings nur, wenn er gegen die Kündigung vorgeht. Eine Ausnahme bilden Abfindungen in Aufhebungsverträgen. Mehr zu diesem Thema im Abschnitt „Aufhebungsvertrag“.

Wie geht man als Arbeitnehmer also gegen eine erhaltene Kündigung vor? Dies funktioniert durch eine sogenannte Kündigungsschutzklage. Darin wird unter anderem genau erklärt, dass die Kündigung nicht gültig ist. Die Klage muss spätestens 21 Tage nach Erhalt der Kündigung bei dem zuständigen Arbeitsgericht eingereicht werden.

Es ist möglich, die Klage als Arbeitnehmer selber zu schreiben und dem Gericht zuzustellen. Allerdings ist der ganze Prozess relativ kompliziert. Wenn nur kleine Fehler gemacht werden – und das passiert sehr schnell – ist die Klage nicht gültig und die Kündigung gilt, obwohl sie eventuell rechtlich nicht zulässig wäre.

Daher ist es in der Regel besser, einen Rechtsanwalt für Arbeitsrecht zu kontaktieren. Dieser übernimmt dann die gesamte rechtliche Vertretung.

Ablauf von der Kündigung zur Klage

Der Weg von der Kündigung zur Kündigungsschutzklage läuft normalerweise in folgenden Schritten ab:

  1. Besprechung der Kündigungssituation mit einem Anwalt: Hier wird der Anwalt eure Situation mit euch genau besprechen. Dazu gehört auch, dass er mit euch genau die Chancen einer Klageerhebung und die ggf. zu erwartende Abfindungshöhe bewertet. Dann kannst du ziemlich genau einschätzen, ob es sich lohnt, gegen deine Kündigung vorzugehen. Bis dahin kostet die Beratung bei dem Anwalt in der Regel nichts. In einigen Fällen werden geringe Erstberatungsgebühren berechnet (meist unter 100,-€). Darauf wirst du aber immer vor der Beratung hingewiesen. Diese Erstberatung sollte relativ schnell geschehen. Ihr habt ab Kündigung im Normalfall nur 21 Tage Zeit gegen sie vorzugehen. Und dies ist erst der erste Schritt.
  2. Erstellung der Klage durch den Anwalt: Die Erstellung der Klage durch deinen Anwalt kann einige Tage in Anspruch nehmen. Auch wenn er schon viele Klagen verfasst hat, ist jede Situation unterschiedlich. Auch deshalb solltet ihr möglichst schnell nach Kündigung aktiv werden.
  3. Einreichung der Klage beim zuständigen Arbeitsgericht: Nach Fertigstellung der Klage wird dein Anwalt diese dem zuständigen Arbeitsgericht zustellen.
  4. Schriftverkehr und Güteverhandlung: Nach einigem Schriftverkehr zwischen deinem und dem Anwalt deines ehemaligen Arbeitgebers findet in der Regel nach einigen Wochen die Güteverhandlung statt. Dabei setzen sich die Anwälte des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers zusammen und verhandeln, wie sich ein Gerichtsprozess verhindern lassen könnte. Je nachdem, wie die Chancen des Arbeitnehmers zu erwarten sind, dass bei dem kommenden Gerichtsprozess die Kündigung als nicht gültig beurteilt werden, wird der Arbeitgeber eine höhere oder niedrigere Abfindung anbieten. Wird diese vom Arbeitnehmer akzeptiert, ist die Auseinandersetzung zu Ende. Der Arbeitnehmer bekommt seine Abfindung und akzeptiert dafür seine Kündigung.
  5. Gerichtsverhandlung (keine Einigung): In anderen Fällen gibt es bei der Güteverhandlung keine Einigung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Dann kommt es zum Gerichtsprozess und der Richter entscheidet über die Gültigkeit der Kündigung und die Abfindung.

Abfindungshöhe – immer individuell

Die Höhe der Abfindung, die man als zu Unrecht gekündigter Arbeitnehmer bekommt, wenn man gegen die Kündigung vorgeht, hängt von vielen Faktoren ab:

Es spielt z. B. eine Rolle,

  • Ob die Kündigung gültig ist: Je wahrscheinlicher die Kündigung in einem Prozess ungültig wäre, desto eher wird durch den Arbeitgeber im Güteverfahren einer höheren Abfindung zugestimmt. Im Prozess ist die Höhe der Abfindung bei Gültigkeit der Kündigung von weiteren Faktoren abhängig Bei einer gültigen Kündigung gibt es meist keine Abfindung.

  • Wie hoch das Gehalt war: Je höher das Gehalt war, desto höher ist bei einer ungültigen Kündigung die Abfindung pro Jahr in dem man gearbeitet hat.

  • Wie lange man in dem Unternehmen gearbeitet hat: Bei einer ungültigen Kündigung ist die Beschäftigungsdauer neben dem Gehalt der Haupteinflussfaktor für die Höhe der Abfindung. Je länger man gearbeitet hat, desto höher in der Regel die Abfindung.

  • Wie als Arbeitnehmer die soziale Situation ist: Auch ob ein Arbeitnehmer beispielsweise Familie hat oder ledig und kinderlos ist, hat eventuell eine Auswirkung auf die Abfindungshöhe.

Ein Sonderfall sind betriebsbedingte Kündigungssituationen, in denen man als Arbeitnehmer einen Aufhebungsvertrag unterzeichnet und somit auf eine Kündigungsschutzklage verzichtet. In diesen Fällen muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Abfindung als Entschädigung anbieten. Diese beträgt dann üblicherweise ungefähr ein halbes Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr.



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