Anzeichen für Kündigung

  • Werden in Deinem Unternehmen bereits bei anderen Arbeitskollegen betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen, ist das oft ein Anzeichen für weitere Kündigungen.
  • Bittet Dein Chef (mehrfach oder außerplanmäßig) zum Personalgespräch und äußert Dir gegenüber Kritik, solltest du genau hinhören.
  • Wenn Du sogar eine oder mehrere schriftliche Abmahnungen bekommst, geht das oft bereits in Richtung Vorbereitung einer Kündigung.

Vorbereitung Kündigung

  • Lege die wichtigen Dokumente (Arbeitsanweisung, Abmahnung etc.) ab, so dass Du sie leicht wiederfinden kannst.
  • Mach Dir genaue Notizen (Datum, Uhrzeit, Personen) zu den Personalgesprächen, Abmahnungen, Arbeitsanweisungen und sonstigen Situationen, die dir komisch vorkommen.
  • Such dir in Situationen, die gegen dich vorgebracht werden (z.B. Abmahnung) Zeugen, die Deine Sichtweise unterstützen.
  • Lass Dir ein Zwischenzeugnis ausstellen. Wenn du eins hast, kann im endgültigen Zeugnis bei den Formulierungen nur mit spezieller Begründung nach unten abgewichen werden.
  • Höre Dich schon mal nach anderen Jobmöglichkeiten um.

Wichtig ist allerdings, dass Du nicht zu voreilig von einer baldigen Kündigung ausgehst. Oft lassen sich Situationen, die Dir komisch vorkommen in einem direkten Gespräch ins richtige Licht rücken. Und wenn Du mit Deinem Chef die Unstimmigkeiten ausräumen kannst, geht die Arbeit ohne Probleme weiter. Das ist meistens der deutlich stressfreiere Weg.

Kündigung - Was tun?

  • Das Wichtigste zuerst: Frust und Ärger runterschlucken und die Situation besonnen einschätzen.
  • Weiter zur Arbeit gehen: Auch wenn Dir gekündigt wurde, musst Du weiter zur Arbeit gehen, wenn du nicht freigestellt wurdest. Tipp: Such Dir bei mündlicher Freistellung von der Arbeit einen Arbeitskollegen als Zeugen. So bist Du sicher, falls es später zu Ärger kommt.
  • Schriftliche Kündigung? Dir muss schriftlich als Dokument mit Unterschrift Deines Chefs gekündigt worden sein. Mündlich und auch per Email, Fax, Messenger etc. ist eine Kündigung immer ungültig.
  • Kündigung rechtzeitig erhalten? Es gilt nicht das Datum, an dem Deine Kündigung verfasst wurde. Es zählt das Datum, an dem Du die Kündigung erhalten hast (persönlich übergeben, Post, Briefkasten). Wenn Du die Kündigung zu spät erhalten hast, ist wahrscheinlich die Kündigungsfrist nicht eingehalten.

Notiere Dir dann alles, was Dir an deiner Kündigung und an der gesamten Kündigungssituation falsch oder merkwürdig vorkommt. Auch das Datum, an dem Du die Kündigung erhalten hast, solltest Du Dir dringend notieren.

Hilfe bei Kündigung

  • Fristen beachten: Für eine Kündigungsschutzklage hast Du nur 21 Tage (3 Wochen) Zeit. Die Frist beginnt an dem Tag, an dem Du Deine Kündigung erhalten hast. Außerdem solltest du schnell beim Arbeitsamt melden, dass du gekündigt wurdest. Dafür hast du nur wenige Tage Zeit, sonst droht eine Sperrzeit. Tipp: Es reicht aus, wenn du deine Kündigung telefonisch meldest und dir dann einen Termin geben lässt. So sparst Du Wartezeit im Amt.
  • Kann ich überhaupt Klage einreichen? Damit Du unter den gesetzlichen Kündigungsschutz fällst und grundsätzlich Klage erheben kannst, müssen in Deinem Unternehmen 10 oder mehr Mitarbeiter beschäftigt sein. Arbeiten dort weniger, gilt das Unternehmen als Kleinunternehmen und es gilt kein Kündigungsschutz. Auch innerhalb der Probezeit gilt der Kündigungsschutz noch nicht und du kannst keine Klage einreichen.
  • Such Dir Hilfe Die Kündigungsschutzklage kannst Du theoretisch auch selbst übernehmen. Das ist allerdings in vielen Fällen nicht zu empfehlen, da erhebliche Risiken lauern. Werden bei der Formulierung Fehler gemacht, dann ist die Klage nicht zulässig und Deine Kündigung gültig. Such Dir lieber Hilfe von einem Profi. Du kannst Dir dafür einen Anwalt suchen oder aber Du führst einfach unseren Retter Check durch. Der verschafft Dir eine Sofort-Tendenz Deiner Kündigungssituation und wenn Du möchtest, suchen wir für Dich schnell einen passenden Anwalt. Das Beste dabei: wir kosten Dich nichts!

Details bei der Kündigung

Formfehler sind Fehler, die Dein Arbeitgeber beim Anfertigen oder bei der Zustellung der Kündigung macht. Wenn Deine Kündigung Formfehler aufweist, ist das gut für Deine Aussichten bei einer Klage. Selbst wenn der eigentliche Kündigungsgrund gültig wäre.

  • Kündigung muss schriftlich erfolgt sein: Eine Kündigung muss immer als schriftliches Dokument übergeben werden.
  • Originalunterschrift vom Chef: Deine Kündigung muss von Deinem Chef oder bevollmächtigten Vorgesetzten unterschrieben sein - und zwar im Original. Eine kopierte Unterschrift, Unterschriftsstempel etc. können schon dazu führen, dass Deine Kündigung nicht wirksam ist. Auch wenn eine andere Person als Dein Chef ohne entsprechende Vollmacht unterschrieben hat, führt das in der Regel dazu, dass die Kündigung nicht gültig ist.
  • Richtig & rechtzeitig zugestellt Wie bereits vorher erwähnt, zählt nicht das Datum auf der Kündigung, sondern das Datum, an dem Du die Kündigung erhalten hast. Das richtige Zustellungsdatum ist für die Kündigungsfrist wichtig. Denn ab diesem Tag wird gerechnet, wenn es um die Frage geht, ob Dein Chef die Kündigungsfrist eingehalten hat. Wurde die Frist nicht eingehalten, ist Deine Kündigung unabhängig von dem Grund ungültig.
  • Welche Firma hat Dir tatsächlich gekündigt? Gerade bei Firmengeflechten lohnt es sich auf die Adresszeile zu schauen. Manchmal wurde die Kündigung von einer falschen Firma ausgestellt. Also eine andere, als in Deinem Arbeitsvertrag steht. Dann ist die Kündigung auch nicht gültig.
  • Betriebsratsanhörung korrekt? Wenn es in Deinem Unternehmen einen Betriebsrat gibt, muss er vor jeder Kündigung in korrekter Art und Weise angehört werden. Ist dabei ein Fehler geschehen, ist Deine Kündigung unwirksam. Tipp: Immer behaupten, es sei etwas verkehrt gelaufen. Dann muss Dein ehemaliger Arbeitgeber nachweisen, dass doch alles korrekt war.
  • Zeitlicher Zusammenhang: Wenn du wegen falschem Verhalten gekündigt wirst (außerordentlich oder verhaltensbedingt), muss Dein Chef dir spätestens 14 Tage nach dem falschen Verhalten kündigen. Länger kann er sich dafür nicht Zeit lassen. Tipp: Genau notieren, wann das falsche Verhalten stattgefunden hat und wann es im Unternehmen aufgefallen ist. Selbst wenn die Form Deiner Kündigung korrekt ist, heißt das längst nicht, dass Deine Kündigung wirksam ist. Ein wichtiger Punkt ist dabei immer der gesetzliche Kündigungsschutz.

Gilt der Kündigungsschutz?

Allgemein gilt für Dich der gesetzliche Kündigungsschutz, wenn

  1. Du nicht mehr in der Probezeit bist (in der Regel die ersten 6 Monate).
  2. In Deinem Unternehmen insgesamt mehr als 10 Mitarbeiter arbeiten.

Wenn für Dich der gesetzliche Kündigungsschutz gilt, kann Dir nur innerhalb der gesetzlichen Fristen und aus einem von 3 festgeschriebenen Gründen gekündigt werden

  1. Betriebsbedingt: Der häufigste Grund. In vielen Fällen ist das allerdings nur ein vorgeschobener Grund. Dabei kommt es auf Feinheiten an. Wichtig ist aber immer, dass eine Sozialauswahl vorgenommen wurde. Das bedeutet etwa, dass bei den Kündigungen soziale Faktoren berücksichtigt werden müssen, wie Familiensituation (verheiratet, Kinder), Anstellungsdauer im Unternehmen etc. Sind bestimmte Anforderungen nicht eingehalten oder ist die Sozialauswahl falsch gelaufen, ist die Kündigung unwirksam.
  2. Personenbedingt: Klassische Situation für eine personenbedingte Kündigung ist eine lange oder häufige Erkrankungen. Sind die gesundheitlichen Aussichten nicht positiv, kann unter bestimmten Voraussetzungen gekündigt werden. Der Arbeitgeber muss allerdings viele Dinge berücksichtigen (z. B. betriebliche Eingliederung). Auch der Wegfall einer wichtigen Qualifikation kann zu einer personenbedingten Kündigung führen. Klassisches Beispiel hier ist, wenn ein Busfahrer seinen Führerschein verliert.
  3. Verhaltensbedingt: Bei Fehlverhalten eines Mitarbeiters kann der Arbeitgeber verhaltensbedingt kündigen. In der Regel muss dazu aber (mehrfach) schriftlich abgemahnt worden sein. Aber auch dabei hat der Arbeitgeber einiges zu berücksichtigen. Wurdest Du z. B. für Beleidigung Deines Chefs oder Vorgesetzten abgemahnt, kannst du nicht beim nächsten „Zuspätkommen“ gekündigt werden. Abmahnung und Kündigung müssen in der Regel wegen demselben, wiederholten Fehlverhalten ausgesprochen werden. Und das spätesten 2 Monate nach dem Fehlverhalten.

Besonderer Kündigungsschutz

Wenn Du Schwanger bist oder in Elternzeit, eine Schwerbehinderung hast oder Betriebsratsmitglied bist, fällst Du sogar unter den sogenannten besonderen Kündigungsschutz.

Das bedeutet, Dir kann quasi nicht gekündigt werden. Oder zumindest nur äußerst schwer z. B. mit behördlicher Ausnahmegenehmigung, die so gut wie nie erteilt wird.

In diesem Fall solltest Du in jedem Fall sofort gegen Deine Kündigung vorgehen.

Kündigung prüfen lassen

Zusammenfassend kannst Du Dir merken, dass bei einer Kündigung sehr viel von Deinem Arbeitgeber berücksichtigt werden muss. Daher solltest Du Deine Kündigung immer genau überprüfen und wenn es sich anbietet Klage einreichen.

Wir wissen, dass das alles nicht leicht ist und haben deshalb den Retter-Check entwickelt

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