Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird Vattenfall 600 Stellen an den Standorten Hamburg und Berlin abbauen. Laut der Berliner Zeitung und ihrem Bericht vom 20.03.18 sollen betriebsbedingte Kündigungen hierbei vermieden werden. Der Arbeitsrechtler und Kündigungsschutz-Experte Alexander Bredereck erklärt wie sich die betroffenen Arbeitnehmer vorbereiten können und was die neue Situation für sie bedeutet.

Schlussendlich kann der Stellenabbau auch ohne betriebsbedingte Kündigungen umgesetzt werden. Zum Beispiel könnte Vattenfall Änderungskündigungen aussprechen, Angestellten andere Tätigkeitsbereiche (zu einem geringeren Gehalt) zuordnen oder älteren Mitarbeitern die Frühverrentung anbieten.

Abwicklungsvereinbarung & Aufhebungsvertrag

Eine Abwicklungsvereinbarung oder ein Aufhebungsvertrag stellen ein weiteres beliebtes Mittel und eine Alternative zur betriebsbedingten Kündigung dar. Einvernehmlichkeit ist hier das Stichwort und würde im Trennungsfall ggf. eine Abfindung für den betroffenen Mitarbeiter bedeuten. Sonderzahlungen, Urlaubsabgeltung, Überstunden, Prämien sowie die Note des Abschlusszeugnisses werden als Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis entsprechend geregelt.

Anspruchsvolle Ziele sollte man sich immer setzen, aber speziell beim Abschluss des Aufhebungsvertrages befindet sich der jeweilige Mitarbeiter, der sonst gekündigt werden soll, in einer zeitlich günstigen Verhandlungsposition.

Kündigung trotz guter Zahlen

Die Berliner Zeitung berichtete in dem Artikel vom 20.03.18, dass Vattenfall in 2017 auf ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr zurückblicken kann. Vor diesem Hintergrund, eben des wirtschaftlich erfolgreich abgeschlossenen letzten Jahres, dürfte es nicht einfach für Vattenfall werden, eine betriebsbedingte Kündigung sozial zu rechtfertigen. Die Vergangenheit lehrte uns, dass sich Unternehmen in vergleichbaren Situationen befanden hohe Aufwändungen für Abfindungen zu verbuchen hatten. Wird die Kündigungsschutzklage rechtzeitig eingereicht, so erhöht das die Chancen des Mitarbeiters auf eine höher ausfallende Abfindung.

Kommt es zu einem Aufhebungsvertrag oder sogar ein Abfindungsangebot, sollte ein Arbeitsrechts-Experte hinzugezogen werden, der die jeweilige Situation sowie das Angebot des Arbeitgebers explizit prüft. Wichtig: In den seltensten Fällen handelt ein ökonomisch orientiertes Unternehmen karikativ und ist auf eine entsprechende Wirtschaftlichkeit bedacht. Auch wenn ein Abfindungsangebot für den jeweiligen Arbeitnehmer attraktiv und reizvoll klingt, so verfolgt der Arbeitgeber in der Regel immer wirtschaftliche Vorteile – auch in diesem Fall.

Abfindung verhandeln mit Hilfe vom Experten

Eine Prüfung durch einen Arbeitsrechts-Experten scheint hier also nicht nur ratsam, sondern sollte als verpflichtend angesehen werden. Die angebotenen Abfindungen liegen im ersten Moment meistens im unteren wirtschaftlich vertretbaren Bereich. Logisch, wer verschenkt schon gerne freiwillig Geld. Das möglichst beste Ergebnis kann ein Mitarbeiter durch Unterstützung eines Experten für Abfindungsverhandlungen und Kündigungsschutz erzielen. Die Beratung und Unterstützung des Experten zielt nicht nur kurzsichtig auf die Höhe der Abfindung ab, sondern berücksichtig auch das Arbeitszeugnis und weiterer Nebenansprüche.

Ruhe bewahren und vertragskonformes Verhalten ist die oberste Devise, sollte der Arbeitgeber Arbeitsplätze abbauen. Unbesonnenes und emotionales Handeln kann dem Arbeitgeber eine Steilvorlage liefern. Beleidigungen, Diebstahl, Vortäuschen einer Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitszeitbetrug werden jetzt höchstwahrscheinlich seitens des Arbeitgebers in aller Härte geahndet. Dies kann in einer verhaltensbedingten oder sogar fristlosen Kündigung münden – der Arbeitgeber wird hier aller Wahrscheinlichkeit nach alle Möglichkeiten des Arbeitsrechts nutzen.

Tipp des Arbeitsrechts-Experten

Wieder einmal gilt der Grundsatz: Verträge sind einzuhalten. Also halten auch Sie sich explizit an Ihre vertraglich vereinbarten Pflichten und wenden sich unverzüglich an einen etablierten Arbeitsrechts-Experten. Sollte Vattenfall Ihnen einen Aufhebungsvertrag anbieten oder eine Änderungskündigung vorlegen zögern Sie nicht und nehmen die Expertenhilfe in Anspruch. Und nochmal: Ruhe bewahren! Auch wenn die Situation einen emotionalen Ausnahmezustand darstellt, behalten Sie einen kühlen Kopf und handeln Sie nicht überstürzt.



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