Mord-Drohung & Kündigung

October 22, 2018, 6:49 pm

Die Verkehrsrundschau berichtet über ein spannendes Urteil des Bundesarbeitsgerichts. Ein Arbeitnehmer, der seinem Arbeitgeber mit Mord droht, darf demnach fristlos gekündigt werden. Das Bundesarbeitsgericht weist auch darauf hin, dass eine fristlose Kündigung ebenfalls zulässig ist, wenn man mit Selbstmord droht, um Druck auf seinen Arbeitgeber auszuüben.

Amok- und Selbstmorddrohung

In dem Artikel der Verkehrsrundschau geht es konkret darum, dass der betroffene Arbeitnehmer im Anschluss an eine psychosomatische Behandlung bereits Anfang 2013 wegen Arbeitsunfähigkeit entlassen wurde. Anschließend nahm der Arbeitnehmer ab Mitte 2013 an einem betrieblichen Eingliederungsmanagement teil. Teil dieses Eingliederungsprogramms war auch ein Gespräch über die zukündtigen Einsatzmöglichkeiten des Arbeitnehmers. Während dieses Gesprächs sagte der Arbeitnehmer Dinge, die andere Teilnehmer und als Amok- und Selbstmorddrohungen verstanden.

Kündigung wegen Drohung zulässig

Im Anschluss an das Gespräch wurde der betroffene Arbeitnehmer in eine Klinik eingeliefert, wobei sich der Arbeitnehmer von dem Willen der Eigen- und Fremdgefährdung distanzierte. Aufgrund dessen wehrte er sich gegen seine Entlassung. Das Bundesarbeitsgericht erklärte zwar, dass noch zu prüfen sei, ob die Drohungen des Arbeitnehmers ernst gemeint seien. Eine fristlose Kündigung vor dem Hintergrund einer solchen Drohung sei aber grundsätzlich zulässig, sofern von der Ernsthaftigkeit der Drohungen ausgegangen werden kann.

Urteil vom 29.06.2017 - Aktenzeichen 2 AZR 47/16



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