Amazon Pivot: Performance oder Kündigung

November 8, 2018, 3:19 pm

Der Business Insider Deutschland berichtete am 26.06.2018 von dem aktuellen Amazon-Programm für Mitarbeiter denen eine Kündigung droht und wie es sich mit diesem Programm wirklich verhält. Anscheinend richtet es mehr Schaden an, als zu nutzen.

Allgemein bekannt ist, dass Amazon seinen Mitarbeitern sehr viel abverlangt. Um mehr auf die Mitarbeiter eingehen zu können, besonders auf jene, denen eine Kündigung droht, startete Amazon in 2017 ein Programm mit dem Namen Pivot. Dieses Programm soll hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Mitarbeitern helfen, die Performance zu steigern.

Besonders attraktiv scheint das Amazon-Programm aber nicht zu sein und es regt sich Unmut unter den Mitarbeitern. Diese fragen sich, laut einem Bericht von Spencer Soper von „Bloomberg“, wie fair der Anhörungsprozess wirklich ist.

PIVOT: 3 OPTIONEN FÜR AMAZON-MITARBEITER

Wie der Business Insider Deutschland berichtete, trat das Mitarbeiter-Programm bereits im Januar 2017 in Kraft. Damals kam es zu Beschwerden über Mitarbeiter von Amazon, die nicht verantwortungsvoll handelten. Im Rahmen dieses Programms gibt es einen sogenannten Performance-Verbesserungsplan, auf dem zu kündigende Mitarbeiter stehen. Laut dem Business Insider Deutschland ist der Performance-Verbesserungsplan ein anderes Wort für „Abschussliste“. Die hier aufgeführten Mitarbeiter haben folgende drei Möglichkeiten:

  1. Sie erhalten eine Abfindung – sofern sie denn kündigen.
  2. Ausgehend von dem vielsagenden Namen „Performance-Verbesserungsplan“, werden vom jeweiligen Manager bestimmte Unternehmensziele festgelegt, die die betroffenen Mitarbeiter erreichen müssen – somit können sie ihre Arbeitsleistung unter Beweis stellen.
  3. Im Rahmen einer Videokonferenz können die Mitarbeiter und der jeweilige Vorgesetzte vor einem dreiköpfigen Panel erklären, wo sie innerhalb des Programms stehen und wo sie sich selbst sehen. Anhand der auf dieser Videokonferenz folgenden Entscheidung des Panels starten die jeweiligen Mitarbeiter neu.

PIVOT-PANEL: SCHEINGERICHT ODER FAIRE ANHÖRUNG?

Eine ehemalige Amazon-Mitarbeiterin erhielt Hilfe von dem Arbeitsrechtsanwalt George Tamblyn und legte Einspruch gegen die Entscheidung des Panels ein. Wie der Business Insider Deutschland weiter berichtete, teilte Tamblyn „Bloomberg“ mit, dass es sich bei den Anhörungen um ein Scheingericht handle.

Zur Vorbereitung auf die Anhörung bei Amazon, darf jede der betroffenen Parteien die Argumente der Gegenseite lesen, während der stattfindenden Videokonferenz hört der betroffene Mitarbeiter aber nichts und der jeweilige Redebeitrag ist auf ein Minimum reduziert. Das dreiköpfige Panel wird übrigens von Amazon bestimmt und laut dem Business Insider Deutschland handelt es sich bei Pivot um eine Lose-Lose-Situation.

Der Ausgang dieser Anhörung bedeutet in der Regel Stress für diejenigen, die sich dem Urteil des Panels beugen – egal, ob sie gewinnen oder verlieren. Berichten zufolge verlieren ca. 70% der betroffenen Mitarbeiter bei der Anhörung im Rahmen der Videokonferenz und können in Folge zwischen den ersten beiden oben genannten Möglichkeiten wählen: Entweder sie kündigen und können eine Abfindung erhalten oder sie versuchen ihre Leistung in den folgenden Monaten zu verbessern.

Die Mitarbeiter, die gewinnen, können in ihr Team zurückkehren und in einem unangenehmen Arbeitsumfeld weiterarbeiten oder in ein Team wechseln, das von einem „Karriere-Botschafter“ geführt wird.

AMAZON TROTZ INTRANSPARENZ ZUFRIEDEN

Der Inhalt des Amazon Mitarbeiter-Programms ist weitestgehend intransparent, da Amazon die entsprechenden Eckpunkte nicht veröffentlicht. An „Bloomberg“ schrieb das Unternehmen per E-Mail, dass das Unternehmen, dass es „zufrieden ist, welche Hilfe hier den Mitarbeitern angeboten wird“ und wie das Programm verläuft.



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